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Stummfilme / Musiker

Die Büchse der Pandora

[Georg Wilhelm Pabst, D 1929]

Film ist nicht Theater.
Georg Wilhelm Pabst inszeniert die verführerischste aller femme fatales mit einer nur dem Film eigenen Nähe, frei nach Franz Wedekinds Theaterstücken "Erdgeist" (1898) und "Die Büchse der Pandora" (1903), die er später zur Tragödie "Lulu" (1913) verschmolz. Louise Brooks, die Pabst kurz vorher von Hollywood nach Berlin geholt hatte, spielt die filmische Version der modernen Frau und stilisiert sich damit zu einer Ikone der Filmgeschichte.

Brooks entwickelte mit ihrer natürlichen Spielweise einen völlig neuen, Aufsehen erregenden Schauspielerinnentyp. Sie wurde mit diesem Film zur Legende, und der Film durchbrach zugleich eine Reihe von Tabus über das Bild der Frau und ihre Realität und zeigt als erster Film eine lesbische Liebe. Bei Zensoren und Verleihern stieß eine der Hauptszenen des Films, Lulus Liebe zur Gräfin Geschwitz, auf großen Widerstand und wurde in manchen Ländern sogar aus dem Film geschnitten. In Deutschland erhielt DIE BÜCHSE DER PANDORA 1929 ein Jugendverbot und wurde 1934 ganz von der NS-Zensur verboten.

"Sie steht da, lächelnd, in kindlicher Freude am Sinnengenuß. Zuweilen wird sie etwas unwillig, wie ein Schulmädel, dem irgend etwas schief gegangen ist. Pabst macht aus der Lulu keinen Vamp, den man hassen soll, sondern eine Frau, die nichts für ihre Wirkung auf die Männer kann." (Georg Herzberg, Film-Kurier, 11.2.1929)

Erst die vorliegende restaurierte Fassung zeigt den Film wieder in voller Länge.

Bilder: Stiftung deutsche Kinemathek, Museum für Film und Fernsehen Berlin

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