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Glossar

Stummfilme / Musiker

Das Cabinet des Dr. Caligari

[Robert Wiene, D 1920]

Ein Psychothriller, der vom Chaos der Wahrnehmung und von seelischer Pein erzählt und die Grenze zwischen gesundem Verstand und wahnhafter Idee verschwimmen lässt. Auf einem Jahrmarkt präsentiert ein Schausteller namens Caligari dem Publikum den Somnambulen Cesare, der die Zukunft voraussagt. Nachts erwacht Cesare und begeht in Caligaris Auftrag furchtbare Morde. Die Spuren der Verbrechen führen in eine Irrenanstalt. Als „Das Cabinet des Dr. Caligari“ 1920 in die Kinos kommt, erwirbt sich der Film schnell den Ruf des Revolutionären, weil die unheimlichen Vorgänge dem Zuschauer aus der Sicht eines Psychopathen erzählt werden. Die gemalten Kulissen im Stil des Expressionismus, in denen die Figuren wie Gefangene wirken, zeigen schräge Perspektiven, stürzende Linien, sich verengende Räume. Klaustrophobische Eindrücke drängen sich auf.

Das künstlerische Experiment wird ein beispielloser Erfolg: „Das Cabinet des Dr. Caligari“ gilt bald international als Aushängeschild einer neuen expressionistischen Filmkunst und drückt dem Horrorgenre seinen Stempel auf. Das verdankt der Film auch den kongenial agierenden Schauspielern Werner Krauß und Conrad Veidt. Die von ihnen so beunruhigend gestaltete Beziehung zwischen Arzt und Patient spiegelt dabei auch reale Ängste vor der Macht von Hypnose und Suggestion wider und erinnert auf versteckte Weise an die Misshandlung nervenkranker Soldaten durch die Militärpsychiatrie im gerade beendeten Weltkrieg. mehr

mehr über den Regisseur Robert Wiene
mehr über den Dr. Caligari-Darsteller Werner Krauß
mehr über den Cesare-Darsteller Conrad Veidt

Filmbilder mit freundlicher Genehmigung von

Transit Film

und

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